Vision
Frankfurt gemeinsam gestalten – für eine Stadt, die zusammenhält
Frankfurt ist meine Stadt. Meine Heimat. Nicht nur wegen der Skyline oder den Banken, sondern vor allem wegen der Menschen, die hier leben. Wegen der Nachbarschaften, Vereine, Familien und Initiativen. Wegen all derjenigen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen, damit diese Stadt funktioniert – im Ehrenamt, im Beruf, im Alltag. Frankfurt lebt vom Miteinander. Und genau dieses wertebasierte Miteinander müssen wir stärken und schützen.
Was uns verbindet, ist mehr als ein Wohnort, mehr als eine Adresse. Es ist der Wunsch nach Teilhabe, nach Würde und nach Gerechtigkeit im täglichen Leben. Ob Kinder faire Chancen bekommen, ob sich Menschen sicher und selbstbestimmt bewegen können, ob Unterstützung rechtzeitig ankommt oder Gesundheit erhalten bleibt – all das entscheidet sich nicht abstrakt, sondern hier vor Ort, in unseren Stadtteilen, auf unseren Wegen, in unseren Schulen, Vereinen und Nachbarschaften.
Ich bin in Frankfurt groß geworden. Ich kenne diese Stadt nicht nur aus Konzepten und Papieren, sondern auch aus Klassenzimmern ohne Gymnasium im Viertel, aus Nachtschichten im Taxi, aus Jugendhäusern, Sportvereinen und Gesprächen auf der Straße. Diese Erfahrungen haben mich geprägt. Sie zeigen mir: Frankfurt funktioniert nicht von allein. Frankfurt funktioniert, weil Menschen Verantwortung übernehmen. Doch Verantwortung braucht faire Bedingungen – und eine Politik, die hinschaut, schützt und handelt.
Eine gerechte Stadt beginnt mit guter Bildung. Noch immer entscheidet in Frankfurt die Herkunft oder der Geldbeutel der Eltern zu oft über die Zukunft. Dass jedes fünfte Kind in Armut aufwächst, ist ein politischer Skandal. Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir brauchen sanierte und moderne Schulen, ausreichend Personal, starke Unterstützungssysteme und ein kostenloses, gesundes Mittagessen für jedes Kind. Grundschulen müssen zu Bildungszentren im Stadtteil werden – vernetzt mit Jugendhilfe, Vereinen und sozialen Angeboten. Frühkindliche Bildung legt den Grundstein dafür: kostenfreie Kitas, verlässliche Öffnungszeiten, Sprachförderung und genügend Fachkräfte entlasten Familien und stärken Kinder von Anfang an. Früh fördern heißt später stärken – sozial, emotional und bildungspolitisch.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Kinder und Jugendliche müssen früh erleben, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Stadt mitgestalten können. Politische Bildung, Beteiligungsformate und offene Räume für Austausch gehören ebenso dazu wie eine starke Erwachsenenbildung. Demokratie wächst dort, wo Menschen sich begegnen, zuhören und gemeinsam Lösungen entwickeln – in Schulen, Nachbarschaften, Vereinen und Initiativen.
Eine starke Stadt braucht eine verlässliche soziale Infrastruktur. Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird – niedrigschwellig, verständlich und barrierefrei. Sozial- und Gesundheitsangebote müssen gestärkt, Nachbarschaftsprojekte ausgebaut und inklusive Treffpunkte geschaffen werden, insbesondere für junge, ältere und auch einsame Menschen. Eine soziale Stadt erkennt Probleme früh und hilft, bevor sie sich verfestigen.
Gesundheit entsteht nicht erst im Wartezimmer. Sie entsteht im Alltag. Bewegung, gesunde Ernährung, Grünflächen, sichere Räume und Entlastung sind keine Extras, sondern Voraussetzungen für ein gutes Leben. Öffentliche Sport- und Bewegungsangebote, Gemeinschaftsgärten, gesunde Schulverpflegung und kostenfreie Präventionsangebote stärken nicht nur den Einzelnen, sondern den Zusammenhalt in der ganzen Stadt. Vereine spielen dabei eine Schlüsselrolle – sie schaffen Gemeinschaft und machen Demokratie erlebbar.
Mobilität entscheidet darüber, ob Menschen teilhaben können. Mobilität soll verbinden und ermöglichen - nicht ausschließen und verhindern. Eine gerechte Stadt ermöglicht sichere Wege zu Fuß, mit dem Rad, im öffentlichen Nahverkehr und dem Pkw. Ein verlässlicher, bezahlbarer, barrierefreier ÖPNV, kostenfreie Tickets für Kinder und Jugendliche, sichere Schulwege und flexible Angebote für Randlagen sind zentral.
Gleichzeitig braucht es klare Regeln und Fairness in der Arbeitswelt. Tausende Taxifahrer halten Frankfurt täglich mobil. Sie verdienen Schutz vor unlauterem Wettbewerb. Mietwagenfahrer müssen vor Ausbeutung geschützt werden. Mobilität braucht faire Entgelte und einen Wettbewerb, der auf Regeln und Verantwortung basiert – nicht auf Lohndumping durch Plattformkonzerne.
Frankfurt ist vielfältig – und genau das ist unsere Stärke. Unterschiedliche Lebensweisen, Kulturen und Perspektiven bereichern unsere Stadt. Doch Vielfalt braucht Schutz. Jegliche Art von Ausgrenzung und Radikalisierung dürfen keinen Platz haben. Wir brauchen eine klare Haltung gegen jede Art gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie konkrete Konzepte für Gleichstellung, Inklusion und eine altersfreundliche Stadt. Teilhabe muss für alle möglich sein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder Lebenslage.
Ehrenamt und Vereinsarbeit sind das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft. Sie verdienen Anerkennung, bessere Förderung und neue Wege, um auch junge Menschen für Engagement zu gewinnen. Wer Verantwortung übernimmt, stärkt den Zusammenhalt – und darf dabei nicht allein gelassen werden.
Sicherheit, Sauberkeit und eine lebendige Kultur gehören zu Lebensqualität. Kinder, Frauen und queere Menschen brauchen besonderen Schutz. Prävention, Aufklärung und schnelle Hilfe für Betroffene müssen ausgebaut werden. Kultur verbindet Generationen, schafft Begegnung und macht Stadt lebendig – ob auf Bühnen, in Clubs, Museen oder im öffentlichen Raum. Kultur muss zugänglich sein, in allen Stadtteilen, für alle Menschen.
All diese Themen hängen zusammen. Bildung, Teilhabe, soziale Sicherheit, Mobilität, Gesundheit, Kultur und Klimaschutz sind keine Einzelprojekte, sondern Bausteine einer gerechten Stadt. Klimaschutz darf dabei kein Luxus sein, sondern muss sozial gerecht gestaltet werden – mit bezahlbarer Energie, nachhaltiger Infrastruktur und Verantwortung für kommende Generationen.
All diese Ziele verfolgen ein gemeinsames Anliegen: Frankfurt zu einer Stadt zu machen, die gerecht, gesund, inklusiv und zukunftsfähig ist – und in der alle Menschen gute Chancen haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Meine Vision für Frankfurt ist klar: eine Stadt, die stark ist, weil sie zusammenhält. Gerecht, weil niemand zurückgelassen wird. Widerstandsfähig, weil Verantwortung geteilt wird. Und lebendig, weil Vielfalt selbstverständlich ist. Frankfurt kann das sein. Wenn wir es gemeinsam gestalten.
Dafür möchte ich mich einsetzen – mit Haltung, Erfahrung und dem festen Willen, Verantwortung zu übernehmen.